"Das erste Mal begegnete ich ihr am Ende einer dieser sich zäh dahinschleppenden Wochentage, die für Privatschulen wie das Sherringford- Internat so typisch sind."
1. Satz (Sicht von Watson)
"Er sagt immer Ja zu mir"
Letzter Satz (Epilog; Sicht von Holmes)
Als bekennender Scherlock Holmes Fan musste ich das Buch - als ich es sah - einfach mitnehmen.
Doch dieses Buch hat absolut nichts mit dem wenig empathischen Sherlock zu tun, welchen man aus der Fernsehserie kennt. Zum einen heißt Holmes hier Charlotte und zum anderen ist sie ein Teenager, welches ein Internat an der Ostküste der USA besucht.
Im Gegensatz zu Jamie Watson ist sie dort auch freiwillig. Beide sind Nachkommen der berühmten Familien Watson und Holmes und somit direkte Nachfahren von Sherlock Holmes und John Watson, wobei die Beiden auch deren Charakterzüge durchaus treffend verkörpern. So verbringt Holmes einen Großteil ihrer Zeit in ihrem eigenen Labor mit allen Möglichen Abstrusitäten, während Watson immer mal wieder das Ziel von Holmes schnippischen Bemerkungen wird. Allerdings entwickelt er sich im Verlaufe der Story zu einem durchaus fähigen Partner.
Das Buch ist aus Jamies Perspektive geschrieben, welcher eher unfreiwillig auf Charlotte trifft, welchen ihn vom ersten Moment an fasziniert. Leider leidet hier die Story etwas unter Jamies mädchenhaften Schwärmereien, welche zum Teil wirklich nicht mehr angenehm zu lesen sind.
So begibt er sich in eine überflüssige Schlägerei, weil jemand Charlotte beleidigt, obwohl er sie bis dahin nur ein einziges Mal gesehen hat.
Der englische Titel A study in Charlotte beschreibt einen Großteil des Buches weitaus treffender als der deutsche Titel Die Morde von Sherringford.
Um den deutschen Titel zu verstehen muss man wissen, dass das besagte Internat Sherringford heißt und dass dort Morde stattfinden. In deren Ermittlung werden Holmes und Watson eher unfreiwillig einbezogen, da sie durch unglückliche Umstände in den engeren Kreis der Verdächtigen geraten.
Der englische Titel verrät, dass Watson Holmes eingehend beobachtet, um ihre Handlungen nachzuvollziehen und nicht an ihrem Hang nach Drogen und gefährlichen Aktionen zu verzweifeln. Watson scheint die Person zu sein, welche Charlotte zur Vernunft zwingen kann. Charlotte hingegen wirkt als könne ihr keiner etwas vorschreiben.
Das Buch habe ich innerhalb weniger Stunden verschlungen. Auch, wenn ich bei dem etwas schleppenden Anfang einige Male ein Augenrollen unterdrücken musste:
"Ich konnte meine Gefühle nicht auf Knopfdruck ein- und ausschalten, ich war keine Maschine, und sosehr sie auch versuchte, mit ihrer makellosen Erscheinung und präzisen Ausdrucksweise den Eindruck zu erwecken, eine zu seinm wusste ich, dass sie es genauso wenig konnte. Irgendwo tief unter der Oberfläche musste ein emotionaler Sturm in ihr toben, und am liebsten hätte ich sie aufgefordert mich ihr zu öffnen und mir ihr Innerstes zu zeigen. Als hätte ich ein Recht darauf."
Schnell folgte eine spannende und schnelle Story folgte bei der man beiden Charakteren ihre Verzweiflung nachempfinden konnte und selber versucht den Fall irgendwie zu lösen. Man beginnt mit den Figuren mitzufiebern und hofft dass alles gut ausgeht. Denn es scheint ziemlich eng für die Beiden zu sein.Besonders gut fand ich die vielen Bezüge zu den ursprünglichen Geschichten rund um Sherlock Holmes und seinen Partner John Watson, sowie die vielen parallelen, die man immer mal wieder erkennen kann.
So erinnert auch Holmes Bruder stark an Mycroft.
Der Roman Holmes und ich - Die Morde von Sherringford erschien im Februar 2016 in deutscher Übersetzung im dtv- Verlag. Er wurde von Brittany Cavallaro verfasst.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen