Montag, 22. August 2016

Einfach mal ein Post

Da man ja nicht jeden Tag eine neue Serie, einen neuen Film oder ein neues Buch sieht oder liest, gibt es natürlich auch nicht jeden Tag einen Post.
Am Wochenende dachte ich: Fange ich mal mit Vikings an. Schön und gut, hätte amazon mir nicht Staffel 4, Folge 1 als erste Folge angezeigt. Vielleicht starte ich heute noch einen neuen Versuch nachdem mich das schon ziemlich verwirrt hat.

Wie mein letzter Post bereits erkennen ließ, bin ich ein großer Sherlock- Fan.
Dieses Video ist absolut sehenswert und ziemlich gut getroffen:

 

Dienstag, 16. August 2016

Holmes & ich


"Das erste Mal begegnete ich ihr am Ende einer dieser sich zäh dahinschleppenden Wochentage, die für Privatschulen wie das Sherringford- Internat so typisch sind." 
 1. Satz (Sicht von Watson)
"Er sagt immer Ja zu mir"
Letzter Satz (Epilog; Sicht von Holmes)

Als bekennender Scherlock Holmes Fan musste ich das Buch - als ich es sah - einfach mitnehmen.
Doch dieses Buch hat absolut nichts mit dem wenig empathischen Sherlock zu tun, welchen man aus der Fernsehserie kennt. Zum einen heißt Holmes hier Charlotte und zum anderen ist sie ein Teenager, welches ein Internat an der Ostküste der USA besucht.

Im Gegensatz zu Jamie Watson ist sie dort auch freiwillig. Beide sind Nachkommen der berühmten Familien Watson und Holmes und somit direkte Nachfahren von Sherlock Holmes und John Watson, wobei die Beiden auch deren Charakterzüge durchaus treffend verkörpern. So verbringt Holmes einen Großteil ihrer Zeit in ihrem eigenen Labor mit allen Möglichen Abstrusitäten, während Watson immer mal wieder das Ziel von Holmes schnippischen Bemerkungen wird. Allerdings entwickelt er sich im Verlaufe der Story zu einem durchaus fähigen Partner.

Das Buch ist aus Jamies Perspektive geschrieben, welcher eher unfreiwillig auf Charlotte trifft, welchen ihn vom ersten Moment an fasziniert. Leider leidet hier die Story etwas unter Jamies mädchenhaften Schwärmereien, welche zum Teil wirklich nicht mehr angenehm zu lesen sind.
So begibt er sich in eine überflüssige Schlägerei, weil jemand Charlotte beleidigt, obwohl er sie bis dahin nur ein einziges Mal gesehen hat.

Der englische Titel A study in Charlotte beschreibt einen Großteil des Buches weitaus treffender als der deutsche Titel Die Morde von Sherringford.
Um den deutschen Titel zu verstehen muss man wissen, dass das besagte Internat Sherringford heißt und dass dort Morde stattfinden. In deren Ermittlung werden Holmes und Watson eher unfreiwillig einbezogen, da sie durch unglückliche Umstände in den engeren Kreis der Verdächtigen geraten.
Der englische Titel verrät, dass Watson Holmes eingehend beobachtet, um ihre Handlungen nachzuvollziehen und nicht an ihrem Hang nach Drogen und gefährlichen Aktionen zu verzweifeln. Watson scheint die Person zu sein, welche Charlotte zur Vernunft zwingen kann. Charlotte hingegen wirkt als könne ihr keiner etwas vorschreiben.


Das Buch habe ich innerhalb weniger Stunden verschlungen. Auch, wenn ich bei dem etwas schleppenden Anfang einige Male ein Augenrollen unterdrücken musste:

 "Ich konnte meine Gefühle nicht auf Knopfdruck ein- und ausschalten, ich war keine Maschine, und sosehr sie auch versuchte, mit ihrer makellosen Erscheinung und präzisen Ausdrucksweise den Eindruck zu erwecken, eine zu seinm wusste ich, dass sie es genauso wenig konnte. Irgendwo tief unter der Oberfläche musste ein emotionaler Sturm in ihr toben, und am liebsten hätte ich sie aufgefordert mich ihr zu öffnen und mir ihr Innerstes zu zeigen. Als hätte ich ein Recht darauf."
Schnell folgte eine spannende und schnelle Story folgte bei der man beiden Charakteren ihre Verzweiflung nachempfinden konnte und selber versucht den Fall irgendwie zu lösen. Man beginnt mit den Figuren mitzufiebern und hofft dass alles gut ausgeht. Denn es scheint ziemlich eng für die Beiden zu sein.
Besonders gut fand ich die vielen Bezüge zu den ursprünglichen Geschichten rund um Sherlock Holmes und seinen Partner John Watson, sowie die vielen parallelen, die man immer mal wieder erkennen kann.
So erinnert auch Holmes Bruder stark an Mycroft.


Der Roman Holmes und ich - Die Morde von Sherringford erschien im Februar 2016 in deutscher Übersetzung im dtv- Verlag. Er wurde von Brittany Cavallaro verfasst.

Montag, 15. August 2016

Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück

Der Film Captain Fantastic- Einmal Wildnis und zurück lief in meinem Stammkino heute in der Sneak.
Eigentlich hatte ich auf Suicide Squad gehofft. Doch man kann nicht alles haben, und schon gar nicht bei der Sneak.
Das tragikomische Filmdrama läuft ab dem 18. August im Kino.

Der Inhalt

Eine Familie, bestehend aus dem Vater Ben und seiner Frau Leslie und deren sechs Kindern, leben ein scheinbar idyllisches Leben in einem selbst errichteten Paradies in den nordwestlichsten Wäldern der USA.
Sie scheinen das perfekte Leben zu führen. Abseits der Zivilisation, in der Lage sich selber zu versorgen und mit den Eltern als Lehrmeister, welche besser zu sein scheinen als jeder Lehrer und den Kindern so nicht nur das Überleben in der Wildnis lehren, sondern auch überdurchschnittliches Wissen vermitteln ("Du sagst die Amerikaner haben zu viele Medikamente und dafür zu wenig Bildung intus").
Doch die Fassade des scheinbar perfekten Lebens beginnt zu bröckeln als die manisch- depressive Mutter Suizid begeht, der "Opa" ihren Mann nicht bei der Beerdigung seiner Frau sehen möchte, das Testament dieser von der eigenen Familie ignoriert wird und die Atmosphäre von zunehmende Spannungen zwischen Ben und seinen Kindern dominiert wird.
Schließlich beginnt nicht nur die Mission "rettet Mom", sondern auch die Mission "rettet Mom und Dad".

Kommentar zum Film

Der Film hat mich auf unterschiedliche Weise berührt. Zum einen regt er dazu an, zu überdenken wie man selber lebt. Er zeigt eine alternative, einzigartige Lebensweise die zu funktionieren scheint. Zeigt aber auch, dass sie eben nur so lange funktioniert wie das echte Leben nicht dazwischenfunkt. Der Film zeigt, dass die Vorstellung, welche die meisten Menschen von solch einem Leben im Wald haben zutreffen kann, sie aber eben nicht ganz so perfekt ist wie von vielen angenommen.
Natürlich kann eine Abkehr von allem weltlichen und kapitalistischen seine Vorteile haben, natürlich kann so ein Leben seine Vorteile haben, einen Menschen ausbilden der zu weit mehr Fähig ist als die Meisten. Doch er zeigt auch, dass das Aufwachsen ohne das zivilisierte Leben zu kennen einen nicht auf das Leben dort draußen vorbereitet.
Trotzdem regt der Film nicht nur zum nachdenken an, sondern beschert einem auch durchaus den einen oder anderen Lacher.
So scheint einem die Erklärung "deine Tante hat Suizid begannen indem sie sich die Pulsschlagader durchtrennt hat" wesentlich einfacher als der verzweifelte Versuch des Vaters seinem Kind zu erklären, dass seine Tante sehr krank gewesen war und kranke Menschen nun einmal sterben... manchmal.
Auch ein, leicht übertriebener, Heiratsantrag des ältesten Sohnes Bodevan, welcher nach seiner ersten Erfahrung mit einem Mädchen von dessen Mutter erwischt wird, ist mehr für einen Lacher gut als dafür diese Szene wirklich ernst zu nehmen.
Die Sympathien liegen den gesamten Film über wechselnd beim Vater oder den Kindern, wenn nicht bei beiden Seiten. So werden auch unangemessene Aktionen des Vaters eher mit Mitleid oder Verständnis quittiert als mit Unverständnis.

Fazit

Ein absolut sehenswerter Film! Nicht nur für Leute die von einem Leben als Aussteiger und selbst gejagtem Hirsch träumen, sondern auch für alle die einfach einen recht seichten Film sehen wollen, welcher zwischen Tragik und Komödie einen angenehmen Mittelweg gefunden hat. Die ein oder andere Träne kann man schon verlieren, allerdings ist auch der ein oder andere Lacher mit Sicherheit dabei!